Autor Thema: Öffentlichkeits-Arbeit für "Rock am Mann" - Diskussion  (Gelesen 1478 mal)

Offline cephalus

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Scheinbar läuft die Diskussion qualitativ in die gleiche Richtung wie bei den Thema Crossdresser, Transvestit, Mann im Rock, ...
Jetzt ist es queer, cis, heteronormativ usw.

In beiden Fällen hängt die Bezeichnung, die Selbstverortung und der Begriffswunsch vor allem davon ab, wie der einzelne für sich die Begriffe emotional belegt und verortet.
Daraus resultierend auch, wie er denkt, dass sein Gegenüber das tut und ihm darauf basierend, vermutlich begegnen wird.

Valide ist ausschleißlich das Selbstverständnis.
Der Rest, die Fremdeinschätungen, die "Definitionen" und die Reaktionen eines Individuums darauf sind Vermutungen und höchst unterschiedlich.

Wenn ein Mann, der einfach einen Rock trägt, sich als queerer Transvestit, als nicht heteronormativer Mann, als modemutiger Macho oder als was auch immer sieht, dann stimmt das.
Für ihn.
Was eine Beobachtung von aussen ergibt, hängt vom  Beobachter ab und hat der Träger nicht in seinem Einfluß.
Für den einen hat er eine Wette verloren, für den Nächsten steht Homosexualität oder Transgenderismus im Raum und für einen weiteren etwas an das wir noch nicht mal gedacht haben. Am wahrscheinlichsten bleibt immer, dass sich das Gegenüber keine nennenswerten Gedanken überhaupt macht.

Die Eigendefinition ist für die Umwelt unerheblich.


Ich persönlich maße mir - gerade gegenüber der queeren Community - nicht an, selbst queer zu sein und damit quasi Zugehörigkeit zu beanspruchen. Ich empfinde "queer" in diesem modernen Sinn, wie Wikipedia es beschreibt, aber nicht als negativ und habe daher auch kein Problem damit, wenn jemand mich als queer bezeichnet.


Ich verstehe nicht in wie weit es eine Anmaßung wäre, sich als queer zu bezeichnen.
Ich betrachte es als wertfreien Begriff, der einen weder heraushebt, noch niedriger macht. Die Verwendung nimmt mMn keinem etwas weg, noch nützt sie.
Ich würde den Begriff für mich selbst zwar nicht verwenden, sähe es aber neutral, würde mich jemand so bezeichnen.

Offline MAS

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Ein guter Beitrag, lieber Cephalus!

Eine mögliche Vermutung eines Menschen, der einen Mann im Rock sieht, hast Du vergessen:
Er hat eine Wette gewonnen;)

LG, Micha
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Offline Skirtedman

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Das war immer meine Antwort, schon vor 40 Jahren, wenn ich gefragt wurde, ob ich eine Wette verloren habe
(kam damals sehr oft vor):
"Nein, ich habe eine Wetter gewonnen!"  ;D ;D



cephalus,

es macht aber schon einen gewaltigen Unterschied, wenn irgendwelche dahergelaufenen Menschen in der Stadt oder am besten in einer weit entfernten Stadt mich sehen und mir egal ist, was diese Leute von mir denken.

Wenn aber Nachbarn, Freunde, Bekannte, meine Verwandten, die eigene Frau denken, was sie wollen, ist es mir immer noch so völlig egal? Wahrscheinlich nicht. Am Ende beeinflusst das, was die nahestehenden Menschen denken, wie sie mit Dir umgehen. Und was die über Dich sprechen. Einige werden beginnen, Dich zu meiden. Ob "berechtigt" oder "unberechtigt", ganz egal, es wird einem Mann nicht ganz egal sein können, was diese Menschen denken.

Es mag zwar Ehefrauen geben, für die es egal ist, wenn ihr Mann plötzlich schwul, non-binär, queer oder trans wird - soll es alles geben. Ich wage aber die Prognose, dass den meisten Ehefrauen das absolut nicht egal ist, schon gar nicht, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist oder die gemeinsamen Kinder noch nicht aus dem gröbsten raus sind. Auch wird den meisten Ehefrauen nicht egal sein, was andere Leute über Dich sprechen, egal ob Verwandte, Nachbarn, Freunde oder fremde dahergelaufene. Denn wenn sie über Dich reden, reden sie gleichzeitig auch über sie selbst, die Ehefrau nämlich. Und mindestens den eigenen Kindern, wenn sie jünger sind, und den eigenen Eltern wird es sehr ähnlich gehen.

Die Aussage "ist mir doch egal, was andere Leute von mir denken" lässt halt eklatant die Frage außen vor, was meine Leute von mir denken. Und das ist der gewaltige Unterschied.

Wir alten Hasen, die wir seit Jahren Röcke tragen, haben das mit "meinen Leuten" wohl recht gut gemanaget. Was aber mit all den anderen, die nur heimlich oder gar nicht Röcke tragen, weil sie sich es eben nicht trauen, und weil sie Ausgrenzung und andere Konsequenzen befürchten?

Da täte Aufklärung gut! Und Rückendeckung jenseits der Gruppen, die die meisten Leute automatisch im Sinn haben, wenn ein Mann einen Rock anziehen möchte.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline Skirtedman

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Man kann natürlich auch verschiedene PR-Aktionen durchführen, darunter auch eine für Männer, die Angst um ihre Männlichkeit oder ihr männliches Image haben. Da wäre dann die starke Betonung dessen, dass man auch im Rock ein richtiger Mann sein kann, angebracht.

Genau letzteres ist am angebrachtesten.

Es gibt doch schon genug Strömungen, die Männern versuchen einzureden, an sich "mehr weibliches" zuzulassen, manchmal auch verbunden mit einem Blick auf die Kleidung. Nicht zuletzt buhlt auch LGBTQ+ darum, Männern dieses Konzept mehr schmackhaft zu machen. Das alles aber ruft Widerstände in der Gesellschaft hervor. Manche befürchten die "Verweiblichung der Männer" und fordern, dass "Männer wieder ganze Männer" werden sollen.

Wenn auch wir nach "mehr Weiblichkeit an Männern" rufen, dann verhindern wir, dass der "Rock am Mann" normalisiert wird. Denn dann beladen wir das Kleidungsstück Rock auch weiterhin mit "Weiblichkeit".

Kaum eine Frau aber, wenn sie morgens in eine Hose schlüpft, wird sich Gedanken darüber machen, dass sie heute "mehr Männlichkeit" ausstrahlen möchte. Die Hose war früher "binär", weil sie nur für Männer vorgesehen war. Die Hose ist inzwischen "non-binär", weil sie bei beiden binären Geschlechtern (und dazwischen und außerhalb) zugelassen ist.

Lasst uns auch den Rock "non-binär" machen. Nach 100 Jahren ist es an der Zeit. Dann müssen wir aber aufhören, den Rock mit Weiblichkeit in Verbindung zu bringen. Die meisten Menschen da draussen bringen den Rock auch noch mit Weiblichkeit in Verbindung. Das aber muss aufhören, wenn Männer eine freie Kleidungswahl erhalten sollen.

Nicht die Menschen sollen "non-binär" werden, sondern die Kleidung soll "non-binär" werden. Auch Rock und Kleid.

Darum ist Aufklärung gut, genau diesen Aspekt in den Vordergrund zu stellen ("Männliche Männer können auch Röcke tragen").
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
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Offline Skirtedman

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Das (aus dem Beitrag vorher) ist der eine Inhalt einer möglichen PR-Aktion.

Soll es vor allem um unser Forum gehen, publik zu machen, dann müssen wir allerdings die PR-Aktion inhaltlich breiter Aufstellen,
da wir hier im Forum nicht nur "männliche Männer mit Rockwunsch" versammeln, sondern siehe da.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
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Offline MAS

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Es gibt doch schon genug Strömungen, die Männern versuchen einzureden, an sich "mehr weibliches" zuzulassen, manchmal auch verbunden mit einem Blick auf die Kleidung. Nicht zuletzt buhlt auch LGBTQ+ darum, Männern dieses Konzept mehr schmackhaft zu machen. Das alles aber ruft Widerstände in der Gesellschaft hervor. Manche befürchten die "Verweiblichung der Männer" und fordern, dass "Männer wieder ganze Männer" werden sollen.

Dazu fällt mir spontan das hier ein: https://www.youtube.com/watch?v=dvFJiPv93gc.

Ja, wenn wir dieses Klientel erreichen wollen, hast Du bestimmt recht, lieber Wolfgang.

LG, Micha
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Offline MAS

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Nicht die Menschen sollen "non-binär" werden, sondern die Kleidung soll "non-binär" werden. Auch Rock und Kleid.

So allein stehend würde ich mich diesem Satz nicht anschließen wollen. Wohl gemerkt: Mir geht es um Genderklischees, nicht um biologische Merkmale.

LG, Micha
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