Ja, so hat es jeder dann doch irgendwie anders gemacht.
Also: Nicht den Kontakt zu Menschen meiden, sondern ihn suchen, ist mein Rat.
LG, Micha
Dem schließe ich mich an.
Zu merken, dass man nicht ausgegrenzt wird wegen einem Rock am Mann, bringt wesentlich mehr,
als tagelang auf abgelegenen Waldwegen herumzulaufen aus Furcht, irgendjemandem zu begegnen.
Klar, die Furcht, jemand könnte einen blöd angucken, lässt sich nicht so einfach abschütteln.
Und Du scheinst ja auch kein blutiger "Ich-war-noch-nie-draußen"-Anfänger zu sein, drum brauche ich Dir sicher nicht zu erklären, dass manche einen schon mal blöd oder verwundert angucken, gerade ja, weil Du auf die Leute achtest, wie sie auf Dich reagieren.
Das legt sich mit der Zeit. Dann trägst Du den Rock unter Menschen nicht mehr mit so einer großen Aufregung, dann spüren die Leute auch, dass der Rock einfach zu Dir gehört und manche fangen an, das auch noch richtig toll zu finden.
Weggefahren bin ich anfangs ziemlich weit. Schön war´s. Ich habe Städte und Landstriche kennengelernt, in die ich bis heute vielleicht noch nicht hingekommen wäre. Schön war´s, aber viel Zeitaufwand, viel Sprit und viel allein. Zum Teil bin ich über 2 Stunden weit weg gefahren. Mindestens eine Stunde Autofahrt musste es sein in Städten. Oder im Schatten hinter größeren Städten durfte es auch einmal etwas weniger sein.
Die Kreise zog ich aber langsam immer enger. Und irgendwann blieb ich auch nicht mehr den ganzen Tag allein. Sondern in Cafés u.ä. kam ich ins Gespräch und merkte, dass die Leute mir meinen Kopf nicht abreißen. Auch habe ich mir dann einen Friseursalon eine Stunde weit weg ausgesucht, später 40 Minuten weit weg, wo ich immer eine Zeitlang hinging. Das Gefühl, Leuten zu begegnen, die sich schon fertig über mich gewundert hatten und freundlich aufgenommen hatten, war einfach einladend. Oder bei sowas wie Stammbäckereien.
Gut ist, nicht ständig in neuen Umgebungen unterwegs zu sein, sondern Menschen eine Chance zu geben, Dich öfters mal zu sehen. Dann fallen auch Hemmungen, mit Dir mal mit kurzen Worten in Kontakt zu treten. Oder bei Gelegenheit auch mal länger.
Die negativste Erfahrung habe ich aber mit meiner Verlobten gemacht. Als ich ihr davon berichtete war sie beleidigt und bezeichnete das Ganze als "albern". Ich startete dann noch einen zweiten Versuch mit einem Partnerlook, das ging aber nach hinten los. Sie war den ganzen morgen beleidigt.
Ja, wenn diese Partnerinnen nicht wären... ... ...

Viele hier können ein großes Lied davon singen.
Aber sei stolz, dass sie den ganzen Morgen beleidigt war. Ich meine: nur den ganzen Morgen. Andere werfen mit Vorwürfen um sich, die nicht zutreffend sind, die eventuell auch sofort die Partnerschaft infrage stellen, und das nicht nur einen Tag lang. Solche unzutreffenden Vorwürfe knabbern dann oft auch am Selbstwert der betreffenden Frau, und am Selbstwert ihrer eigenen Weiblichkeit.
Wie umgehen, da gibt es leider kein Patentrezept. Aber vielleicht muss die Zeit einfach zeigen, dass das, was sie für "albern" hielt, doch gar nicht so albern ist. Sei froh, dass Du Rock tragen darfst, wenn sie nicht dabei ist. Das verbieten andere ja oft ihren Männern auch noch.
Natürlich willst Du Deine Verlobte nicht verärgern. Aber wenn sie Dich manchmal alleine losziehen lässt, auch im Wissen, dass Du gerade Rock trägst, und Du dann später gutgelaunt und mit schönen Erlebnissen wieder heimkommst, dann wird sie das mit der Zeit vielleicht neidisch werden lassen. Und wenn dann noch vielleicht gemeinsame Bekannte Euch fragen, warum Du denn heute keinen Rock anhast, könnte sie allmählich ins Grübeln kommen, wie albern ihr anfänglicher Blick darauf gewesen ist.
Naja, albern ist ihr Blick darauf jetzt nicht. Es ist verständlich. Es ist neu für sie. Sie muss sich im Lauf der Zeit erst einmal daran gewöhnen. An den Gedanken. Und später an den Anblick. Und später, dass das bei den Leuten gar nicht so ein großes Thema ist wie befürchtet. Und bei einigen sogar saugut ankommt.
Sei froh, dass Du Rocktragen nicht vollkommen heimlich machen musst!