Autor Thema: Hi zusammen  (Gelesen 4799 mal)

Offline Skirtedman

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Antw:Hi zusammen
« Antwort #30 am: 09.10.2026 14:38 »
Röcke zu tragen, nur weil es Röcke sind, gibt mir wenig.

Doch, schon. Das ist 100 Prozent mehr als immer nur diese Ewigkeitshosen.

Deinem "Aaaaaber:" aber gebe ich recht:
Mittlerweile habe ich erkannt, dass mir andere Dinge auch noch wichtig sind. Ich sage nur Spaghettiträger, um im Sommer Sonne zu kriegen, aber auch mit oder ohne Sonne nicht zu überhitzen. Einfach ideal für den Sommer.

Ähnliches für leichte Stoffe. Egal, ob Oberteil, Rock oder Kleid. Auch durchaus mal kurze Sachen.

Mit der Zeit habe ich mir das erlaubt. Und den absoluten Mehrwert davon erkannt. Darum sind mir nur drei Röcke in grau oder dunkel und aus schwerem Stoff zuwenig.

Der Rest, mit Farben, Muster, Verzierungen, mag Spielerei sein. Manchmal erfüllen sie aber auch eine praktische Funktion (Lochstickmuster z.B., oder dünne Transparenzen, Chiffon z.B. usw.).

Und ich gebe Dir absolut recht:

Ich kann ja auch nix dafür, dass ich ein Mann bin ;)
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
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Offline MAS

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« Antwort #31 am: 09.10.2026 22:26 »
Sobald etwas männlich interpretiert wird, werden in meinen Augen wieder starke Einschränkungen vorgenommen.

Entweder bei Stoffen, Schnitten, Verzierungen, Mustern, oder Farben oder gar bei allem zusammen.
Röcke zu tragen, nur weil es Röcke sind, gibt mir wenig.
Drei schwarze graue oder braune Teile im Schrank grnügt mir nicht, solange auf dieser Welt Muster, Formen und Farben existieren, die mir gefallen.
Auf die zu verzichten, nur weil ich ein Mann bin und sich daher vielleicht andere schwer damit tun,  macht mich nicht glücklicher oder bringt mich weiter.

Ich kann ja auch nix dafür, dass ich ein Mann bin ;)

Das sehe ich auch so!

LG, Micha
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Offline Uckermärker

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Antw:Hi zusammen
« Antwort #32 am: 09.10.2026 23:57 »
Hallo SkirtMusician,

wenn wir ins Debattieren kommen, treibst es uns oft "davon".

Wie ist es eigentlich, trägt Deine Verlobte auch im Alltag gerne Röcke und Kleider? Oder trägt sie die nur zu festlichen Anlässen?

Viele Frauen sind teilweise so sehr in ihre Hosen "verliebt", dass sie sich gar nicht vorstellen können, das es Männer gibt, die Röcke lieber tragen als Hosen.

Und wenn sie dann Männer in Röcken sehen, denken sie wahrscheinlich, die wollen nur wie Frauen sein oder sich so fühlen.
Das Männer sich in Röcken wohl und männlich fühlen, können sie kaum begreifen.

Frauen, die oft gerne Röcke tragen, lieben auch den Tragekomfort, die Luftfeuchtigkeit, die Farben und Muster. Von denen habe ich oft sehr viel Verständnis bekommen, wenn ich berichtete wie bequem ich Röcke finde.

VG
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Offline Skirtedman

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« Antwort #33 am: 10.10.2026 00:27 »
Frauen, die oft gerne Röcke tragen, lieben auch den Tragekomfort, die Luftfeuchtigkeit, die Farben und Muster. Von denen habe ich oft sehr viel Verständnis bekommen, wenn ich berichtete wie bequem ich Röcke finde.

"die Luftfeuchtigkeit"?? Meintest Du 'Luftigkeit'?

Gerade gestern Abend, Donnerstag, eine Frau kennengelernt, die mich schon seit sehr vielen Jahren über eine ehemalige Mitarbeiterin kennt, wie sie sagt. Sie befragte mich neugierig und begeistert auch nach meinem "Warum" und so.
Und sagte selbst, sie trage keinerlei Hosen. Sie mag keine Hosen. Ich auch nicht. Da haben wir was gemeinsam.
Kommt aber selten vor, dass Frauen so gar keine Hosen tragen.
Viel häufiger, dass Männer so gar keine Röcke tragen.
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Offline GregorM

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« Antwort #34 am: 10.10.2026 09:08 »


Viele Frauen sind teilweise so sehr in ihre Hosen "verliebt", dass sie sich gar nicht vorstellen können, das es Männer gibt, die Röcke lieber tragen als Hosen.

Und wenn sie dann Männer in Röcken sehen, denken sie wahrscheinlich, die wollen nur wie Frauen sein oder sich so fühlen.
Das Männer sich in Röcken wohl und männlich fühlen, können sie kaum begreifen.



Ja, genau das ist das Kernproblem. Und der Grund, warum sie es so sehen, ist anatomischer Natur. Sie können sich nicht unmittelbar vorstellen, dass einige Männer aus Komfortgründen Röcke bevorzugen. Das ist aber ein Argument, das sie, wenn sie es hören, schnell akzeptieren, ist meine Erfahrung.
Das aber nur, wenn der Mann sonst „Mann“ ist. Andere Teile der weiblichen Garderobe, wie Absatzschuhe und Tops, machen das sonst rationale Argument sofort zunichte. 
Gruß
Gregor

Offline cephalus

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« Antwort #35 am: 10.10.2026 09:28 »
Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade für Frauen "gefällt mir besser, ist abwechslungsreicher" ein ausreichend rationales Argument ist.

Emotionale Argumente gelten nur meist bei Männern nicht.

Offline MAS

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« Antwort #36 am: 10.10.2026 10:06 »
Ich habe früher auch oft so praktisch
argumentiert, empfinde das aber zunehmend als nur sozial erwünscht, aber nicht als meine eigene. So gesehen fühle ich mich durch die Erweiterung, ich solle nur zweckrational argumentieren eingeengt. Ich tue es aber auch oft immer noch, wenn, es wirklich meine Meinung wiedergibt. Zum Beispiel Socken in Sandslen sind eine zweckrational Wahl.

LG Michael
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Offline Skirtedman

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« Antwort #37 am: 10.10.2026 11:30 »
Ich argumentiere je nach Situation und je nach Lust und Laune.
Aber ganz überwiegend nach meinem inneren, wirklichen Beweggrund: Komfort.

Und dass ein begleitendes Top aus der Damenabteilung besonders im Sommer auch mehr Komfort bietet, ist schnell erklärt.
Oder materialminimalistische Sandalen aus der Damenabteilung: Schwitzfüße.
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Offline Bernd

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« Antwort #38 am: Gestern um 20:49 »
Auch von mir noch ein verspätetes Willkommen, SkirtMusician!
Ich war ein paar Wochen nicht hier im Forum unterwegs.

Schön, dass es anlässlich deiner Vorstellung eine so lebendige und anregende Diskussion hier gegeben hat.

Offline SkirtMusician

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« Antwort #39 am: Gestern um 21:25 »
Hi Bernd,

ja ich bin auch nicht mehr mitgenommen und musste gerade einiges nachlesen.

Mich freut die belebte Diskussionskultur hier, das ist wichtig.

Mal so aus Sicht eines Mannes gesprochen: Denkt ihr auch, dass sich im allgemeinen "Männer" zu wenig mit diesem Thema auseinandersetzten, weil sie

1. zu faul sind sich damit auseinander zu setzten? Männermode funktioniert, deshalb ist sie so wie sie ist. Immer gleich. Männer sind ja generell einfacher, was solche gesellschaftlichen Themen an geht.

2. ihre "Männlichkeit" nicht aufs spiel setzten wollen, weil sie zu eitel sind? Sie gehen so solchen Themen und Konfrontationen einfach aus dem weg.

Mal so zwei Ansätze, die ich vermute. Bin gerne auf euer Feedback gespannt. Ist natürlich bewusst etwas provokant formuliert

LG


LG SkirtMusician

Offline Bernd

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« Antwort #40 am: Gestern um 22:36 »
[...] Mal so aus Sicht eines Mannes gesprochen: Denkt ihr auch, dass sich im allgemeinen "Männer" zu wenig mit diesem Thema auseinandersetzten, weil sie

1. zu faul sind sich damit auseinander zu setzten? Männermode funktioniert, deshalb ist sie so wie sie ist. Immer gleich. Männer sind ja generell einfacher, was solche gesellschaftlichen Themen an geht.

2. ihre "Männlichkeit" nicht aufs spiel setzten wollen, weil sie zu eitel sind? Sie gehen so solchen Themen und Konfrontationen einfach aus dem weg.[...]

Ich finde, beide Punkte haben etwas Wahres. Aber ich würde sie nochmal anders akzentuieren wollen:

Zu 1.: Dass langweilige immer gleiche Männermode Faulheit begünstigt und abwechslungsreichere Mode bei der Kleiderwahl herausfordernder sein kann, ist wohl wahr. Frauen sind es gewohnter, sich um Kleidung Gedanken machen zu müssen. Aber auch viele Männer sind da heute abwechslungsreicher geworden, zumindest was die Haartracht (lange Haare, Haarknoten) oder Schmuck angeht. Bei männlicher Kleidung beschränkt es sich ansonsten meist auf abwechslungsreichere Farben, auch solche, die vor einigen Jahren noch als zu feminin galten (wie Rosa).

Zu 2.: Ja, es geht viel um Wahrnehmung von Männlichkeit. Ein Rock oder Kleid wird von vielen Männern als etwas Nicht-Männliches gesehen (selbst wenn sie den Mann darin als männlich identifizieren), das deshalb ein Störgefühl in ihrer Wahrnehmung auslöst (wenn sie es bei anderen Männern sehen) und das sie davor zurückschrecken lässt, das für sich selbst auch nur in Erwägung zu ziehen (selbst wenn sie es bei anderen Männern vielleicht sogar cool finden).
Mit Eitelkeit hat das m.E. nichts zu tun; mit "solchen Themen und Konfrontationen aus dem Weg gehen" schon eher.

Das passt auch dazu, dass ich als Kleid-tragender Mann viel öfter von Frauen darauf angesprochen oder dafür gelobt werde, während Männer das meist unkommentiert lassen.
Wobei auch Frauen mit dem Nachfragen meist warten, bis es zwischen ihnen und mir ein Vertrauensverhältnis gibt. So kenne ich eine Frau, an die ich jetzt denke, schon seit anderthalb Jahren aus dem Chor, wo sie mich immer mit Kleid (oder Rock) erlebt hat. Aber erst, als sie mich kürzlich von einem Auftritt in ihrem Auto nach Hause mitgenommen hat, hat sie die Zweisamkeit im Auto genutzt, mich zu fragen, warum ich immer Kleider trage. Sie hat mich zwar als Mann wahrgenommen, war sich aber nicht sicher, ob ich mich vielleicht doch als trans Frau verstehen würde.

Das ist im übrigen wohl ein Punkt, den die Frauen uns bezüglich Kleidung voraus haben bzw. schon erfolgreich vorausgegangen sind: Während Frauen vor einigen Jahrzehnten, als sie anfingen, im öffentlichen Leben Hosen zu tragen, noch als "Mann-Weiber" belächelt oder beschimpft wurden, hat es sich glücklicherweise mittlerweile durchgesetzt, dass Frauen Röcke/Kleider oder Hosen tragen können, ohne deshalb als mehr oder weniger weiblich wahrgenommen zu werden (ähnlich wie auch bei langen oder kurzen Haaren).
Dass ein Mann auch im Kleid oder Rock einfach nur ein Mann sein kann und durch solche Kleidung nichts von seiner Männlichkeit einbüßt, hat sich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung leider noch nicht durchgesetzt...

Offline Skirtedman

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Antw:Hi zusammen
« Antwort #41 am: Heute um 00:50 »
Hi zusammen!

Noch überlege ich, wie ausführlich ich denn antworten möchte. Da ich mir noch nicht schlüssig bin, schreibe ich einfach schon mal drauf los.

Begründung 1 ist sicherlich maßgeblich zutreffend, Begründung 2 allerdings ebenso.

Ja, SkirtMusician, Deine zwei in den Raum gestellten Begründungen fassen es recht gut zusammen, wie es wohl sein wird. Bernd hat in seiner Antwort auch noch mal sehr zutreffende Akzente hinzugefügt. Ja, die Eitelkeit von Punkt 2 würde ich so als Wort auch nicht wählen. Möglicherweise versteht unter 'Eitelkeit' jeder ein bisschen was anderes.


Zu 2.

 #Eitelkeit - bei manchen Männern mag vielleicht es aber doch auch primär an ihre Eitelkeit gekoppelt sein, die sich bewusst gemäß ihrem Geschmack versuchen, männlich zu gestalten, um wann immer im Leben, einen besonders guten Eindruck auf Frauen zu machen, mit ihnen in Kontakt kommen wollen, bei Gelegenheit auch schnell mal bei einem Augenflirt oder verbalen Flirt zur Stelle sind. Da mag Eitelkeit eine besondere Rolle spielen, bei der Art und Weise, wie diese Männer sich gestalten. Deren Vorstellung, was als besonders männlich gilt, und was Frauen vermeintlich an Männern attraktiv finden, überdecken die allgemeine Haltung von generell Männern, alles abzulehnen, was als feminin gedeutet werden könnte. Beides zeigt ja in die selbe Richtung, bei einigen überwiegt aber der Zeiger ihrer Eitelkeit, die den 'normalen' Zeiger nur noch bestätigt.

Bei den meisten Männern wird aber diese bisweilen übertriebene Eitelkeit nicht nennenswert ausschlaggebend sein. Zwar sind die Ziele ähnlich, aber die meisten haben im stärkeren Maße als die "Eitlen" Angst davor, als unzureichend männlich wahrgenommen zu werden. (Die wenigen "Eitlen" haben diese Gefahr gar nicht zu befürchten, zu undenkbar wäre es, von ihrem eitlen Männlichkeitsbild abzurücken.)
Diese anderen, also die meisten Männer (also nicht die "Eitlen") lehnen aus ihrer Angst heraus das ab, was als weiblich gilt. Da das Männlichkeitsbild sehr viel enger gefasst ist als das moderne Weiblichkeitsbild, sind die Männer auf der Hut, nicht aus dem Rahmen zu fallen. Zwar ist das enge Männlichkeitsbild auch inzwischen erweitert worden (siehe Schmuck, manche Farben, lange Haare oder Zopf), demgegenüber wird aber Frauen alles zugestanden - etwas was Männern undenkbar wäre, sich selbst ebenso alles zuzugestehen.

Demgegenüber ist für Frauen der Rahmen, als unweiblich zu gelten, sehr sehr klein. Selbst mit kurzen Haaren und einer Männerjeans wird eine Frau nicht automatisch als unweiblich aufgefasst. Knackpunkt dabei ist halt vor allem auch immer wieder die Hose. Da die Hose nicht mehr automatisch einen Mann kennzeichnet, sind inzwischen Hosen selbst zu Merkmalträgern geworden, die sie als typische Frauenhose kennzeichnen, und nur bei Ausbleiben dieser vielfältigen Merkmalmöglichkeiten ist sie als Männerhose an einem Mann erkennbar - an einer Frau noch nicht einmal. Also auch bei der äußeren Erscheinung der Hose kann Mann sehr schnell aus dem engen Rahmen fallen, was noch als männlich gilt und was schon nicht mehr.

Alle Abweichungen aus diesem engen Gestaltungsrahmen verunsichern Männer. Woher es kommt? Darüber haben wir schon viel geschrieben, fängt frühkindlich in den ersten Lebensmonaten an, wird im Laufe des Lebens über viele Echokammern weiter verstärkt und eingetrichtert. Und ein nur noch sehr schwer direkt zu erkennender Hauptgrund wird aber tatsächlich sein, dass weiblich wahrzunehmende Attribute einen Mann herabwürdigen, aber männlich geltende Attribute eine Frau tendenziell aufwerten. Und Hintergrund davon wird sein, dass immer noch männliche Attribute für Erfolg und Selbständigkeit stehen, die anzustreben sind. Von Männern wie Frauen gleichermaßen. Und dahinter verbirgt sich noch immer eine subtil wirkende Abwertung von Frauen, oder vorsichtiger ausgedrückt, keine Begegnung von Männern und Frauen auf Augenhöhe. Keine ausgewogene Wertschätzung von den Stärken und Schwächen beiderlei Geschlechter.

Wie ich gerade so weiterhin ohne Konzept die Worte "beiderlei Geschlechter" schreibe, fällt mir ein, dass all die Konzepte der zwischengeschlechtlichen Felder, oder besser umrissen mit LGBTQetc, ebenso Männern Angst macht, zu diesem Personenkreis dazu gerechnet zu werden. Während die LGBTQ´s zunehmend sich versuchen, frei auszudrücken (in ihrer Gestaltung zum Beispiel = Erscheinungsbild), wird der Rahmen von Männern, die sich nicht dazurechnen, ebenso eingeschränkt sich auszudrücken. Die Gefahr, falsch zugeordnet zu werden, ist für viele Männer zu heikel, egal ob sie gerade auf der Balz sind oder schon weit entfernt von gut und böse, was die Balz betrifft. Und einige davon flüchten sich (nicht nur wegen LGBTQ, sondern auch aus anderen Gründen) in eine toxische Männlichkeit. Wobei ich ja zu der Erkenntnis kam, dass genau das Symbol Hose für den Mann absoluter Ausdruck ist von unbewusster, aber allgegenwärtiger toxischer Männlichkeit. Vordergründig mag das ja eine harmlose Toxizität sein, das da mit der Hose an Männern. Genau hinterfragt, steckt da aber unheimlich viel mit drin, was kaum eine/r wagt zu ahnen, ja zu hinterfragen - meine Meinung.

Vertiefend haben wir das gerade in einem anderen Thread ausführlich erörtert, wo es um eine aktuelle Veranstaltungsreihe geht, die sich mit dem Wesen Mann beschäftigt: "DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mülheim an der Ruhr"


Zu 1.

'Zu faul'? 'Praktisch veranlagt'? "Männer sind ja generell einfacher, was solche gesellschaftlichen Themen angeht"?

Zu faul, ja. Männer haben andere Dinge im Kopf. Schauen sich lieber die neuesten Automodelle wochenlang an, als sich mal ein neues Hemd zu kaufen. Und wenn doch, dann am besten das selbe Modell gleich fünf mal. Erledigt. Wieder Zeit für wichtige Sachen.

Das, was ich zu Punkt zwei gerade oben gesagt habe, bedingt auch das hier aus Punkt 1. Letztlich die Erziehung, die Prägung. Ausbrechen schwer. Ganz schwer. Shoppen ist Weiberkram. Sowas ist langweilig, mach ich doch nicht! Durch Shoppen sinkt der Testosteronspiegel. Einkaufstüten tragen ist tuntig. Habe keine Zeit, brauche den neuesten elektronischen Winkelschleifer. Oder gehe ich lieber in die Muckibude.

So sieht Prägung aus. Da machen Männer sich doch keine Gedanken, ob sie eine etwas anders gestaltete Hose kaufen könnten, oder einen Rock anziehen könnten. Da greifen sie zu dem alten Modell Hose, wie es das seit 30 Jahren gibt und machen sich über jeden lustig, der sich bei den immergleichen Formen vergriffen hat. Naja, sich lustig machen nicht mehr öffentlich, die meisten, aber insgeheim, und sind froh, dass sie selbst alles richtig gemacht haben. Alles das alte. Bloß keine Veränderung.

Ja, so bleibt das Männerbild eng. Und wenn es sich etwas verwischt, dann aber bitte nicht allzuviel.





So, mein Beitrag ohne Konzept ist dann doch länger geworden als gewollt.

Kollege SkirtMusician, wenn Du mal wieder so eine substanzielle Frage aufwirfst, kannst Du gerne auch einen ganz eigenen Diskussionsstrang (Thread), also ein neues "Thema" aufmachen. Am besten mit einer markanten Überschrift an einer möglichst passenden Stelle (Rubrik, "Board") im Forum. Dann wird das Thema auch recht gut auffindbar und versteckt sich nicht hinter einer Vorstellungsrunde, wo man solch tiefgreifende Themen eher nicht vermuten würde. Deine Frage wäre nämlich auf alle Fälle ein eigenes "Thema" wert.

Gruß
Wolfgang
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Offline Skirtedman

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« Antwort #42 am: Heute um 13:28 »
Moin,

da seit 12 Stunden hierzu kein neuer Kommentar das Forum erreicht hat, äußere ich noch mal einen starken Gedanken, den ich bei den Ausführungen von Bernd gehegt habe:

Zu 2.: Ja, es geht viel um Wahrnehmung von Männlichkeit. Ein Rock oder Kleid wird von vielen Männern als etwas Nicht-Männliches gesehen (selbst wenn sie den Mann darin als männlich identifizieren), das deshalb ein Störgefühl in ihrer Wahrnehmung auslöst (wenn sie es bei anderen Männern sehen) und das sie davor zurückschrecken lässt, das für sich selbst auch nur in Erwägung zu ziehen (selbst wenn sie es bei anderen Männern vielleicht sogar cool finden).

Ja, Störgefühl.

Mal ehrlich, viele weibliche Markierungen an Kleidung oder zusätzliche Sachen wie Schmuck (die einige von uns nutzen und übertrieben ausgedrückt verdammen, dass sie so weiblich besetzt sind) sehen wir doch gerne auch an Frauen. Uns gefällt es doch, wenn Frauen sich so gestalten.

Den meisten Männern geht es mit Röcken oder Kleidern genauso. Und auch hier muss man sich fragen, warum das so ist. Ist es so, weil es in uns drinsteckt, dass Frauen eben eigentlich Röcke und Kleider zu tragen hätten? Finden wir das deswegen schöner an ihnen? Ich denke, nach rund 3 bis 4 Menschengenerationen der Ära Frauenhose müsste dieses kollektive Bewusstsein, dass Frauen eigentlich Röcke und Kleider zu tragen hätten, nicht mehr so dominant sein. Ich denke, es ist ins kollektive Verständnis primär, also überlagernd, eingedrungen, dass Frauen eben alles tragen, alles tragen können, alles tragen dürfen, alles tragen sollen.

Also dürfte die Vorliebe, weibliche Merkmale von Kleidung und drumrum an Frauen zu sehen, vor allem daher rühren oder zumindest verstärkt werden, dass Frauen eben immer seltener z.B. Röcke oder Kleider tragen. Wenn sie das tun, so wird das wahrgenommen, ihre Weiblichkeit zu bestärken.

Und so lande ich immer wieder mit all diesen Überlegungen bei der Frage:
'Warum tragen Frauen Röcke, Männer aber nicht?"
oder: "Warum tragen Frauen Hosen, aber Männer keine Röcke respektive Kleider?"

Ich stelle immer wieder und immer mehr fest, dass alles mit der Frauenhose zusammenhängt.
Wir haben schon öfters hier im Forum sinniert, warum die Männer zu der Zeit, als Frauen sich die Hosen aus der Bastion der Männer nahmen, nicht umgekehrt sie sich auch die Röcke und Kleider aus der Bastion der Frauen genommen haben. Das hier jetzt in diesem Beitrag auszuführen, würde zu weit reichen. Aber damals haben die Männer diesen entscheidenden Schritt verpasst zu vollziehen.

Jetzt ist die Frauenhose als geduldeter Fakt etabliert, der ja auch gar nicht mehr in Frage gestellt wird. Während die Hose nicht mehr das Signal ist, "Hier ist ein Mann", ist Rock oder Kleid aber noch immer das Signal "Hier ist eine Frau". Und dieses Signal hat sich noch mehr dadurch verstärkt, dass dieses Signal so selten geworden ist. Und dass Männer damals sich nicht ebenso an dieser Bekleidungsart bedient haben.

Insofern ist ein Rock oder Kleid (neben den anderen weiblich besetzen Merkmalen, Rock oder Kleid aber im Besonderen) das unerschütterliche Signal "Hier ist eine Frau". Wenn ein anderer Mann dieses Signal benutzt, dann wird er im Auge von anderen Männer genau eben als "Störfaktor" wahrgenommen.

Kleid, Rock = Appell an Männer, genauer hinzuschauen, hier gibt es was fürs Auge, für die Ästhetik, vielleicht auch ein netter Blickkontakt, ein Flirt, oder zumindest der Anreiz, sich selbst als besonders attraktiv und männlich zu positionieren, um all die kleinen subtilen oder größeren Chancen nicht zu vergeigen.

Steckt da im Rock oder Kleid ein Mann drin, dann fühlt sich das Männerauge gekränkt, weil es getäuscht wurde. Die Angst, ein Männerblick bleibt zu lange an einem andern Mann hängen und es könnte versucht werden, eine homophile Ader in ihm zu wecken (oder zu verdächtigen), ist bewusst oder vermutlich eher unbewusst so sehr groß, weil diese Enttäuschung darüber, dass das Männerauge getäuscht wurde, so stark ist.

Kleid oder Rock am Mann stört andere Männer bei der Suche nach Augenwaiden. Darum werden sie selbst einen Teufel tun, selbst dieses Signal durch Rock oder Kleid zu setzen.

Soweit meine 'morgendliche' Philosophie am Frühstückstisch.  :)

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Offline MAS

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« Antwort #43 am: Heute um 16:53 »
Moin,

da seit 12 Stunden hierzu kein neuer Kommentar das Forum erreicht hat, äußere ich noch mal einen starken Gedanken, den ich bei den Ausführungen von Bernd gehegt habe:

Das ist so eine Sache mit der Beteiligung, lieber Wolfgang.

Wenn man denkt, man hat jetzt mal 5 Minuten fürs Forum und könnte was schreiben, muss man erstmal einen langen Beitrag von Dir lesen, um sich dann eventuell beteiligen zu können, legt das Lesen auf Widervorlage und wenn man wieder reinschaut, ist noch ein langer Beitrag von Dir da. Der kommt bei mir jetzt auch auf Wiedervorlage.

Und zugleich warte ich, ob jemand mein Stadträtsel löst.

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Offline Matthias

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« Antwort #44 am: Heute um 21:41 »
Liebe Leute,

es ist der Begrüßungsthread von SkirtMusician, das soll er auch bleiben.
Macht bitte für die anderen Sachen neue Themen an entsprechender Stelle auf. Ich schließe den Thread erstmal nicht.

@SkirtMusician
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