Autor Thema: Interreligiöser Dialog  (Gelesen 774232 mal)

Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #465 am: 03.11.2015 13:51 »
Leute wie wäre es mit Nächstenliebe, gesundem Menschenverstand anstelle von Religion ?

Religionen sind seit Jahrhunderten die Gründe für Mord und Totschlag...

Ich sag das jetzt einfach mal so...


Religionen sind besonders daran schuld, dass Menschen nicht so sein dürfen, wie sie sein wollen.

Ach tatsächlich?

Weshalb haben dann so nichtreligiöse und "vernünftige" Leute wie Nationalsozialisten, Kommunisten, Stalinisten, Sozialisten, Maoisten, Nationalisten zig Millionen Andersdenkende umgebracht oder durch Gehirnwäsche verbogen?

Alles ohne Religion.
Doch. Eine Ideologie ist auch eine Art von Religion. Nur eben ohne übergöttlichen Wesen.

Richtig Nico!
Zumindest beschäftigen wir Religionswissenschaftler uns auch damit. Ansonsten ist es eben eine Frage der Wortdefinition.

LG, Michael
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Offline Asterix

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #466 am: 04.11.2015 06:58 »
Ce, ein paar Zeilen von mir:

Die Bibel, wenn man sie von vorn bis hinten liest, erzählt auch viel von Gewalt. Nur: ich sehe die Stellen nicht als Gewaltaufruf. Man muss nur paar Jahrhunderte zurückgehen, und man stellt fest, dass das sog. Christentum bzw. die Bibel als Rechtfertigung von Unterdrückung (z.B. auch der Frau) und Gewalttaten missbraucht wurden. Macht und Missbrauch (übrigens ein schönes Buch von Wilhelm Schlötterer, ein Ex-Beamter, als FJ Strauß in Bayern an der Macht war). Dasselbe geschieht leider mit dem Koran. Wenn man nur böswillig genug ist, kann man alles missbrauchen. Übrigens, ein Gedanke, der mir grad kommt: auch Mohammed könnte die Eingebung Gottes missbraucht haben, falls er so gewalttätig gewesen sein sollte, wie du schreibst. Allerdings auch die Bibelschreiber, oder deren Übersetzer und viele andere. Oder sie verstanden einfach Gott nicht, der uns Menschen zur Liebe führen wollte und sicherlich noch will. Zur Liebe vor allem innerhalb der Menschheit. Selbstliebe und Nächstenliebe. Und sicherlich zur Liebe gegenüber  der ganzen sog. Schöpfung. Ich habe Selbstliebe mal zuerst genannt, weil ich diese als Voraussetzung für letztere betrachte. Hab ich allerdings schon etwas früher geschrieben.  

So liebe Grüße und alles Gute. Hab übrigens Deine Beiträge schon vermisst, mir fällt auf, dass Du wieder öfter hier schreibst.

Asterix
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Offline Asterix

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #467 am: 04.11.2015 07:03 »
Zitat
http://www.interreligioeser-rundbrief.blogspot.de/

Der Leserbriefschreiber hat größtenteils mMn Recht. Allerdings glaub ich nicht, dass ein "Einwanderungsgesetz" an der Misere etwas ändern wird. Nationalstaatliches Denken hilft uns da keinen Schritt weiter, macht meines Erachtens alles noch schlimmer. Viel mehr wird es endlich Zeit für ein gewaltiges weltweites Umdenken und Umgestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen und Beziehungen - weltweit. Recycling von Problemmüll wie beispielsweise von alten Handys und Fernsehern ist mittlerweile relativ problemlos möglich. Meines Wissens gibt es in Regensburg sogar eine Firma, die dies macht. Diese Industrie ließe sich bestimmt exportieren, und regional ausführen. Gibt Menschen auch in anderen Ländern Arbeit und löst deren Umweltproblem, Kriege um Rohstoffe würden wohl weniger, da Rohstoffe wieder verwendet werden könnten und weniger gesucht werden müssten. Unsere europäischen Regionen müssten wir auch wohl wieder teilweise industrialisieren, umweltfreundlichere Verarbeitungsgewerbe ohne diese teilweise endlos erscheinenden Transportwege von einem Produktionsschritt zum anderen...Übrigens dasselbe sollte für die Landwirtschaft gelten, kurze Transportwege, saisonales Obst und Gemüse etc...

Das mal als einen kleinen Einwurf dazu.
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Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #468 am: 09.11.2015 11:42 »
Gude miteinander!

Sollte von Euch am Donnerstagabend jemand in Bielefeld sein: http://de.eventhint.com/veranstaltungen/2070920/glauben-wir-an-denselben-gott-vortrag-und-diskussion

LG!
Michael
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Offline MAS

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #469 am: 11.11.2015 20:05 »
Zitat
http://www.interreligioeser-rundbrief.blogspot.de/

Der Leserbriefschreiber hat größtenteils mMn Recht. Allerdings glaub ich nicht, dass ein "Einwanderungsgesetz" an der Misere etwas ändern wird. Nationalstaatliches Denken hilft uns da keinen Schritt weiter, macht meines Erachtens alles noch schlimmer. Viel mehr wird es endlich Zeit für ein gewaltiges weltweites Umdenken und Umgestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen und Beziehungen - weltweit. Recycling von Problemmüll wie beispielsweise von alten Handys und Fernsehern ist mittlerweile relativ problemlos möglich. Meines Wissens gibt es in Regensburg sogar eine Firma, die dies macht. Diese Industrie ließe sich bestimmt exportieren, und regional ausführen. Gibt Menschen auch in anderen Ländern Arbeit und löst deren Umweltproblem, Kriege um Rohstoffe würden wohl weniger, da Rohstoffe wieder verwendet werden könnten und weniger gesucht werden müssten. Unsere europäischen Regionen müssten wir auch wohl wieder teilweise industrialisieren, umweltfreundlichere Verarbeitungsgewerbe ohne diese teilweise endlos erscheinenden Transportwege von einem Produktionsschritt zum anderen...Übrigens dasselbe sollte für die Landwirtschaft gelten, kurze Transportwege, saisonales Obst und Gemüse etc...

Das mal als einen kleinen Einwurf dazu.


Lieber Asterix,

wie verabredet habe ich diese Deine Rückmeldung hier nochmal veröffentlicht: http://interreligioeser-rundbrief.blogspot.de/. Außerdem noch zwei weitere.

LG und danke!
Michael
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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #470 am: 19.11.2015 15:27 »
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Offline Asterix

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Schönes Beispiel, wenn Religion positive Kräfte entfaltet:
« Antwort #471 am: 22.11.2015 23:22 »
Vom Versager zum Überflieger Jeder kann fallen, jeder aufsteigen

Früher musste man sich, wen einem Yigit Muk begegnete, vorsehen: Vom Schläger und Hauptschulversager zum Gymnasiasten mit Einser-Abi. Was können wir von seiner Geschichte lernen?
21.11.2015, von Julia Schaaf

Weiter hier: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/vom-kriminellen-schulversager-zum-ueberflieger-13913143.html
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Vom Versager zum Überflieger Jeder kann fallen, jeder aufsteigen

Früher musste man sich, wen einem Yigit Muk begegnete, vorsehen: Vom Schläger und Hauptschulversager zum Gymnasiasten mit Einser-Abi. Was können wir von seiner Geschichte lernen?
21.11.2015, von Julia Schaaf

Weiter hier: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/vom-kriminellen-schulversager-zum-ueberflieger-13913143.html


Danke, Asterix, das ist ein vielschichtiger Artikel.

Sport, Religion, Intelligenz und jemand, der an einen glaubt. Das lese ich hier als fördernde Gründe für Muks Erfolg.

Man muss nur aufpassen, nicht zu viel von ihm als "Heilsbringer" zu erwarten. Aber er kann Vorbild sein!

LG!
Michael
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Offline Asterix

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Man muss nur aufpassen, nicht zu viel von ihm als "Heilsbringer" zu erwarten.

Das ist in  der Tat die Gefahr, auch wenn er als Vorbild natürlich taugt.

LG, Asterix
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Offline Asterix

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Re: Interessantes Interview (SZ)
« Antwort #475 am: 27.11.2015 09:33 »
http://www.sueddeutsche.de/leben/fluechtlinge-muslimischen-maennern-begegnen-die-menschen-mit-angst-1.2745018

Gruß

Besonders dieser Satz legt den Finger in eine Wunde:
Zitat
Besonders krude wird es, wenn erzkonservative Politiker, die nichts mit Feminismus am Hut haben, plötzlich Sexismus beklagen, wenn es um Muslime oder Geflüchtete geht.

Aggressive Revierverteidiger schreiben sich Feminismus, Christentum, Gleichberechtigung usw, auf die Fahnen, obwohl sie mit diesen Werten wenig zu tun haben, nur weil sie meinen, das gehöre zu "uns", während "die Fremden" da anders seien.

LG, Michael
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Offline high4all

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #476 am: 27.11.2015 10:35 »
Es macht mich schier verrückt, wenn ich sehe, wie die Angst der Menschen durch solche politischen Scharfmacher geschürt wird.

Die Angst vor allem Fremdartigen ist schon immer dagewesen. Teils unter der Tünche der Zivilisation versteckt, in Krisenzeiten kommt sie schnell zu Vorschein.

Heute sind es die Muslime. Nicht nur die Männer, es trifft auch die Frauen (Kopftuch!).

Wer ist es morgen?

Vielleicht wir, weil wir uns anders kleiden?

Es kann jeden treffen!

Grund genug, gegen die sich entwickelnde fremdenfeindliche Stimmung eine deutliche Position einzunehmen. Auch auf die Gefahr hin, anzuecken oder "eine auf´s Maul" zu bekommen.

Verstecken in der Masse geht hier nicht.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #477 am: 27.11.2015 10:39 »
Es macht mich schier verrückt, wenn ich sehe, wie die Angst der Menschen durch solche politischen Scharfmacher geschürt wird.

Die Angst vor allem Fremdartigen ist schon immer dagewesen. Teils unter der Tünche der Zivilisation versteckt, in Krisenzeiten kommt sie schnell zu Vorschein.

Heute sind es die Muslime. Nicht nur die Männer, es trifft auch die Frauen (Kopftuch!).

Wer ist es morgen?

Vielleicht wir, weil wir uns anders kleiden?

Es kann jeden treffen!

Grund genug, gegen die sich entwickelnde fremdenfeindliche Stimmung eine deutliche Position einzunehmen. Auch auf die Gefahr hin, anzuecken oder "eine auf´s Maul" zu bekommen.

Verstecken in der Masse geht hier nicht.

Ganz genau, Hajo!

Wobei ich den Gedanken von Rafik Schami auf S. 2 des Artikels (http://www.sueddeutsche.de/leben/fluechtlinge-muslimischen-maennern-begegnen-die-menschen-mit-angst-1.2745018-2), nicht immer das Negative zu betonen, gegen das man sich abgrenzt, sondern das positive der eigenen Anschauung, auch sehr gut finde.

Also nicht "ich bin gegen Fremdenhass", sondern "ich bin für Fremdenliebe". Das ist ja übrigens eine urchristliche Tugend! Wenn dass die selbsternannten Verteidiger des christlichen Abendlandes nur einmal verstehen würden!

LG!
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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #478 am: 27.11.2015 11:02 »
Ganz genau, Hajo!

Wobei ich den Gedanken von Rafik Schami auf S. 2 des Artikels (http://www.sueddeutsche.de/leben/fluechtlinge-muslimischen-maennern-begegnen-die-menschen-mit-angst-1.2745018-2), nicht immer das Negative zu betonen, gegen das man sich abgrenzt, sondern das positive der eigenen Anschauung, auch sehr gut finde.

Also nicht "ich bin gegen Fremdenhass", sondern "ich bin für Fremdenliebe". Das ist ja übrigens eine urchristliche Tugend! Wenn dass die selbsternannten Verteidiger des christlichen Abendlandes nur einmal verstehen würden!

LG!
Michael

Besonders vor dem Hintergrund, dass Josef, Maria und Jesus seinerzeit vor den lebensbedrohenden Nachstellungen des Königs Herodes nach Ägypten fliehen mussten und dort für einige Zeit Asyl fanden.

Jesus, auf den Christen ihren Glauben bauen, ist ein Flüchtling/Asylant gewesen!

LG
Hajo
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Re: Interreligiöser Dialog
« Antwort #479 am: 27.11.2015 11:36 »
Ganz genau, Hajo!

Wobei ich den Gedanken von Rafik Schami auf S. 2 des Artikels (http://www.sueddeutsche.de/leben/fluechtlinge-muslimischen-maennern-begegnen-die-menschen-mit-angst-1.2745018-2), nicht immer das Negative zu betonen, gegen das man sich abgrenzt, sondern das positive der eigenen Anschauung, auch sehr gut finde.

Also nicht "ich bin gegen Fremdenhass", sondern "ich bin für Fremdenliebe". Das ist ja übrigens eine urchristliche Tugend! Wenn dass die selbsternannten Verteidiger des christlichen Abendlandes nur einmal verstehen würden!

LG!
Michael

Besonders vor dem Hintergrund, dass Josef, Maria und Jesus seinerzeit vor den lebensbedrohenden Nachstellungen des Königs Herodes nach Ägypten fliehen mussten und dort für einige Zeit Asyl fanden.

Jesus, auf den Christen ihren Glauben bauen, ist ein Flüchtling/Asylant gewesen!

LG
Hajo

Genau!

Und der Muslim Navid Kermani betont als Besonderheit des Christentums gegenüber anderen Religionen die Lehre der Feindesliebe. Die mag man zwar hier und da wonanders so oder so formuliert auch finden, aber meines Erachtens ist schon zentraler Bestandteil christlicher Ethik. Also nicht nur Fremde, die sich gut benehmen, sondern Feinde zu lieben! Das ist eine schwierige Forderung für normale Menschen, aber sie ist nun mal ausgesprochen von Jesus. Und wenn man sich als Christ bezeichnet, sollte man da nicht einfach drüber weggehen.

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